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Pflege 8 Min Lesezeit

Sturzprophylaxe zuhause: Die 17-Punkte-Checkliste für eine sichere Wohnung

Die meisten Stürze im Alter passieren zuhause, oft an Stellen, die sich leicht entschärfen lassen. Diese Checkliste zeigt Raum für Raum, worauf es ankommt, welche Hilfsmittel helfen und wer den Umbau mitfinanziert.

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Yves Towae

24. Juli 2026 · Aktualisiert: 25. Juli 2026

Ein Teppich, der sich wellt. Ein Kabel quer über den Flur. Ein dunkler Weg zur Toilette mitten in der Nacht: Die meisten Stürze im Alter passieren nicht draußen, sondern in den eigenen vier Wänden, an Stellen, die sich mit wenig Aufwand entschärfen lassen. Sturzprophylaxe bedeutet genau das: Gefahrenquellen erkennen, bevor etwas passiert.

Dieser Artikel zeigt Ihnen eine praktische 17-Punkte-Checkliste für eine sichere Wohnung, sinnvolle Hilfsmittel und wie ein Zuschuss der Pflegekasse den Umbau mitfinanzieren kann.

Warum Sturzprophylaxe im Alter so wichtig ist

Laut dem Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) stellen Stürze eine häufig auftretende gesundheitliche Gefahr für ältere, insbesondere pflegebedürftige Menschen dar (siehe Quellenangaben). Das Gute daran: Ein großer Teil dieser Risiken lässt sich mit einfachen Maßnahmen im eigenen Zuhause deutlich senken, ganz ohne größere Umbauten.

Genau hier setzt Sturzprophylaxe an: Bevor etwas passiert, statt hinterher zu reagieren. Wer schon einmal gestürzt ist, findet in unserem Artikel Erster Sturz, was tun? die wichtigsten Schritte für die akute Situation. Dieser Artikel hier setzt davor an.

Die 17-Punkte-Checkliste für eine sturzsichere Wohnung

Gehen Sie die Checkliste am besten Raum für Raum durch, gemeinsam mit dem betroffenen Familienmitglied. Vieles lässt sich an einem Nachmittag umsetzen.

Flure und Wege

  • Teppiche und Läufer mit rutschfester Unterlage sichern oder ganz entfernen
  • Kabel nicht quer durch den Raum verlegen, sondern an der Wand befestigen
  • Wege konsequent freihalten, keine Kartons, Schuhe oder Taschen im Durchgang
  • Türschwellen abflachen oder mit einer kleinen Rampe ausgleichen

Beleuchtung

  • Bewegungsmelder für Flur, Bad und Treppenhaus installieren
  • Ein Nachtlicht auf dem Weg vom Schlafzimmer zur Toilette anbringen
  • Lichtschalter gut erreichbar und ausreichend hell, aber blendfrei gestalten

Badezimmer

  • Haltegriffe neben Toilette und in Dusche oder Badewanne montieren
  • Rutschfeste Matte in Dusche und Badewanne verwenden
  • Bei Bedarf einen erhöhten Toilettensitz einsetzen
  • Duschhocker für einen sicheren Sitz beim Waschen bereitstellen

Treppen

  • Handlauf auf beiden Seiten der Treppe anbringen
  • Stufenkanten farblich markieren, damit sie besser sichtbar sind

Küche und Schlafzimmer

  • Häufig genutzte Gegenstände in Griffhöhe verstauen, ohne Trittleiter
  • Nachttisch mit Lampe und Telefon in direkter Reichweite des Bettes einrichten

Hilfsmittel und Notfallvorsorge

  • Rollator oder Gehstock regelmäßig auf Zustand und richtige Einstellung prüfen lassen
  • Ein Hausnotrufsystem einrichten, damit im Ernstfall schnell Hilfe kommt
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Wichtig zu wissen

Sie müssen nicht alle 17 Punkte an einem Tag umsetzen. Fangen Sie mit den Bereichen an, die am häufigsten genutzt werden: Bad, Flur zum Schlafzimmer und die Treppe. Schon diese drei Bereiche senken das Risiko spürbar.

Hilfsmittel, die das Sturzrisiko zusätzlich senken

Neben baulichen Anpassungen helfen konkrete Hilfsmittel: ein passend eingestellter Rollator, rutschfeste Hausschuhe mit fester Sohle statt offener Pantoffeln oder ein Hausnotrufknopf, der auch am Handgelenk getragen werden kann. Welche Hilfsmittel im Einzelfall sinnvoll sind, sollte im Zweifel mit dem behandelnden Arzt oder einem Sanitätshaus besprochen werden.

Unsere Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter sind bei ihren regelmäßigen Besuchen ebenfalls aufmerksam für Stolperfallen im Alltag und begleiten bei Spaziergängen, Einkäufen oder Arztterminen. Wichtig zur Abgrenzung: Wir sind kein medizinischer Pflegedienst und übernehmen keine Kraft- oder Balancetrainings als Therapie. Mehr zu unserem Leistungsumfang finden Sie auf der Seite Alltagsbegleitung in Hamburg.

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Wer bezahlt den Umbau? Der Wohnumfeld-Zuschuss nach §40 SGB XI

Für Menschen mit anerkanntem Pflegegrad kann die Pflegekasse einen Zuschuss zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen gewähren, etwa für den Einbau von Haltegriffen, eine bodengleiche Dusche oder eine Rampe an der Türschwelle. Nach §40 Abs. 4 SGB XI ist, Stand 2026, ein Zuschuss von bis zu 4.180 Euro je Maßnahme möglich. Leben mehrere Pflegebedürftige in einer gemeinsamen Wohnung, kann der Zuschuss je Person bis zu 4.180 Euro betragen, insgesamt jedoch höchstens 16.720 Euro (siehe Quellenangaben). Voraussetzung ist, dass die Maßnahme die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert. Ob und in welcher Höhe der Zuschuss im Einzelfall greift, entscheidet die Pflegekasse nach Prüfung des Antrags.

Voraussetzung ist in der Regel ein festgestellter Pflegegrad. Wie Sie einen Pflegegrad beantragen und welche weiteren Leistungen wie der Entlastungsbetrag nach §45b SGB XI infrage kommen, erklären wir ausführlich auf unserer Seite Kosten & Finanzierung. Dort finden Sie auch einen kostenlosen Anspruchs-Check.

Kraft und Balance trainieren, aber sicher

Regelmäßige Bewegung kann laut Angeboten wie gesund-aktiv-aelter-werden.de dazu beitragen, Kraft, Gleichgewicht und Sicherheit im Alltag zu erhalten (siehe Quellenangaben). Welches Training im individuellen Fall geeignet ist, insbesondere bei Vorerkrankungen, Gelenkproblemen oder nach einem früheren Sturz, sollte vorher mit dem Hausarzt oder einer Physiotherapiepraxis abgesprochen werden. Wir sind kein Pflegedienst und keine Therapieeinrichtung und geben deshalb bewusst keine konkreten Übungsempfehlungen, sondern verweisen an die richtige Fachstelle.

Wenn es trotzdem passiert

Auch die beste Vorbereitung schließt einen Sturz nicht vollständig aus. Was in der akuten Situation wichtig ist, welche Schritte danach folgen und wann ein Arztbesuch nötig ist, lesen Sie in unserem Artikel Erster Sturz, was tun?. Die beiden Artikel ergänzen sich: der eine vor, der andere nach dem Ereignis.

Brauche ich einen Pflegegrad für den Wohnumfeld-Zuschuss?

In der Regel ja. Der Zuschuss zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen nach §40 Abs. 4 SGB XI setzt einen anerkannten Pflegegrad voraus (siehe Quellenangaben). Ohne Pflegegrad lassen sich Umbaumaßnahmen zunächst nur privat finanzieren. Wir prüfen mit Ihnen gern, ob und wie ein Pflegegrad-Antrag in Ihrer Situation sinnvoll ist.

Kann Alltagsbegleitung helfen, Stürze zu verhindern?

Unsere Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter sind bei Besuchen aufmerksam für Stolperfallen und unterstützen im Alltag, etwa bei Spaziergängen oder Wegen im Haus. Medizinische Sturzprävention wie Kraft- oder Gleichgewichtstraining als Therapie ist Aufgabe von Ärzten und Physiotherapeuten, nicht unsere Leistung.

Wie schnell lässt sich eine Wohnung sturzsicherer machen?

Viele der 17 Punkte lassen sich an einem Nachmittag umsetzen, etwa das Sichern von Teppichen, das Freihalten von Wegen oder das Anbringen eines Nachtlichts. Größere Maßnahmen wie ein Haltegriff oder eine bodengleiche Dusche brauchen meist etwas mehr Vorlauf und einen Handwerkertermin.

Wenn Sie die Sicherheit in der Wohnung Ihrer Eltern oder in Ihrer eigenen Wohnung verbessern möchten und dabei Unterstützung im Alltag suchen, sprechen Sie uns an. Wir hören zu, prüfen mögliche Finanzierungswege und stellen Ihnen persönlich eine passende Bezugsperson vor.

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Quellenangaben:

  1. Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), Pressemitteilung „Stürzen vorbeugen": https://www.zqp.de/presse/stuerzen-vorbeugen/
  2. Gesund-aktiv-älter-werden.de, Informationsportal zu Bewegung und Gesundheit im Alter: https://www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/
  3. §40 SGB XI – Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, gesetze-im-internet.de: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html

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