Die Diagnose steht, doch die Fragen fangen erst an: Wer hilft bei der Organisation des Alltags? Wo bekommt man verlässliche Informationen zu Pflegegrad und Leistungen? Und an wen wenden sich Angehörige, wenn die eigene Kraft zur Neige geht?
Dieser Überblick zeigt Ihnen die wichtigsten Anlaufstellen für Demenzberatung in Hamburg: die Alzheimer Gesellschaft Hamburg, die städtischen Pflegestützpunkte und Angehörigengruppen. So wissen Sie, wohin Sie sich mit welcher Frage wenden können, ohne sich allein durch Ämter und Websites zu kämpfen.
Demenzberatung Hamburg: Warum die richtige Anlaufstelle zählt
Nach einer Demenz-Diagnose prasseln viele Themen gleichzeitig auf Angehörige ein: medizinische Fragen, rechtliche Vorsorge, die Frage nach Pflegegrad und Entlastungsbetrag, dazu die emotionale Belastung. Keine einzelne Stelle deckt all das ab. Deshalb lohnt es sich, die drei großen Säulen der Demenzberatung in Hamburg zu kennen und gezielt zu nutzen.
Erste Schritte direkt nach der Diagnose, etwa welche Untersuchungen und Gespräche jetzt anstehen, haben wir im Artikel Demenz-Diagnose: Erste Schritte für Angehörige zusammengefasst.
| Anlaufstelle | Wofür zuständig | So erreichen Sie sie |
|---|---|---|
| Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V. | Beratung und Austausch speziell zum Krankheitsbild Demenz, Vermittlung von Angehörigengruppen | Kontaktformular, E-Mail und Beratungstelefon der Geschäftsstelle; aktuelle Rufnummer und Sprechzeiten auf alzheimer-hamburg.de |
| Pflegestützpunkt Ihres Stadtteils | Pflegegrad-Antrag, MD-Begutachtung, Entlastungsbetrag §45b SGB XI | Stadtteil-Suche unter hamburg.de/pflegestuetzpunkte, Beratung persönlich vor Ort oder telefonisch |
| Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. | Bundesweite Informationen zum Krankheitsbild, überregionale Erstberatung | Bundesweites Alzheimer-Telefon, aktuelle Rufnummer und Sprechzeiten auf deutsche-alzheimer.de (siehe Quellenangaben) |
Wofür zuständig: Beratung und Austausch speziell zum Krankheitsbild Demenz, Vermittlung von Angehörigengruppen
So erreichen Sie sie: Kontaktformular, E-Mail und Beratungstelefon der Geschäftsstelle; aktuelle Rufnummer und Sprechzeiten auf alzheimer-hamburg.de
Wofür zuständig: Pflegegrad-Antrag, MD-Begutachtung, Entlastungsbetrag §45b SGB XI
So erreichen Sie sie: Stadtteil-Suche unter hamburg.de/pflegestuetzpunkte, Beratung persönlich vor Ort oder telefonisch
Wofür zuständig: Bundesweite Informationen zum Krankheitsbild, überregionale Erstberatung
So erreichen Sie sie: Bundesweites Alzheimer-Telefon, aktuelle Rufnummer und Sprechzeiten auf deutsche-alzheimer.de (siehe Quellenangaben)
Alzheimer Gesellschaft Hamburg: Beratung und Austausch für Angehörige
Die Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V. richtet sich nach eigenen Angaben gezielt an Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen und bietet Beratung sowie Informationsangebote rund um das Leben mit der Erkrankung (siehe Quellenangaben). Sie ist damit die naheliegendste erste Adresse, wenn Sie speziell zum Thema Demenz und nicht nur allgemein zum Thema Pflege Fragen haben.
Die Geschäftsstelle ist telefonisch, per E-Mail und über ein Kontaktformular erreichbar. Neben Einzelberatung organisieren solche Alzheimer-Gesellschaften erfahrungsgemäß auch Vorträge und Gesprächsangebote für Angehörige. Die aktuelle Rufnummer sowie Sprechzeiten finden Sie direkt auf der Website der Gesellschaft, da sich diese Angaben ändern können.
Pflegestützpunkte Hamburg: Neutrale Beratung zu Pflegegrad und Leistungen
Die Pflegestützpunkte sind laut hamburg.de die zentralen, kostenlosen Beratungsstellen der Stadt für Fragen rund um Pflege und Unterstützung im Alter (siehe Quellenangaben). Sie sind unabhängig von einzelnen Anbietern und daher gut geeignet, wenn Sie sich zunächst einen neutralen Überblick verschaffen möchten, etwa zum Pflegegrad-Antrag, zur MD-Begutachtung oder zu Entlastungsleistungen nach §45b SGB XI.
Über die Stadtteil-Suche auf hamburg.de/pflegestuetzpunkte finden Sie den für Ihre Adresse zuständigen Pflegestützpunkt samt Anschrift und Telefonnummer. Wie Sie diesen Stützpunkt finden und welche Fragen Sie dort konkret klären können, erklären wir ausführlich im Artikel Pflegestützpunkte Hamburg: Der Wegweiser.
Wir sind Betreuungsdienst nach §45b SGB XI, kein Pflegedienst und keine Behörde. Für die Feststellung eines Pflegegrads oder die medizinische Einordnung der Demenz sind Pflegestützpunkt, MD und Hausarzt die richtige Adresse. Wir unterstützen Sie gern bei der Vorbereitung auf den MD-Termin und übernehmen anschließend die Alltagsbegleitung und Demenzbegleitung im Alltag.
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Angehörigengruppen: der unterschätzte Rückhalt
Neben Behörden und Fachstellen unterschätzen viele Angehörige eine dritte Säule: den Austausch mit anderen Betroffenen. Wer regelmäßig die Wäsche der Mutter wechselt, die immer gleichen Fragen der Mutter beantwortet oder nachts wach liegt, weil der Vater unruhig wandert, findet in solchen Gesprächen oft Verständnis, das im engsten Umfeld fehlt.
Angehörigengruppen werden vielerorts von Alzheimer-Gesellschaften, Pflegestützpunkten oder Kirchengemeinden organisiert. Fragen Sie bei der Alzheimer Gesellschaft Hamburg oder Ihrem zuständigen Pflegestützpunkt gezielt nach aktuellen Gruppen in Ihrer Nähe, das Angebot ändert sich je nach Stadtteil und Saison.
Deutsche Alzheimer Gesellschaft: bundesweite Informationen und Beratungstelefon
Ergänzend zur Hamburger Gesellschaft bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft auf Bundesebene umfangreiches Informationsmaterial rund um Demenz sowie ein telefonisches Beratungsangebot (siehe Quellenangaben). Laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft berät das bundesweite Alzheimer-Telefon Angehörige unabhängig von ihrem Wohnort. Geschulte Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner nehmen sich dort Zeit für Ihre Fragen; die aktuelle Rufnummer und die Sprechzeiten finden Sie auf deutsche-alzheimer.de/alzheimer-telefon (siehe Quellenangaben).
Das ist besonders dann hilfreich, wenn Sie außerhalb der üblichen Sprechzeiten der Hamburger Anlaufstellen eine erste Einordnung suchen oder sich generell zum Krankheitsbild informieren möchten.
So finden Sie die passende Anlaufstelle für Ihre Situation
- Frage zur Erkrankung selbst: Alzheimer Gesellschaft Hamburg oder das bundesweite Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (aktuelle Rufnummer auf deutsche-alzheimer.de/alzheimer-telefon).
- Frage zu Pflegegrad, Antrag oder Leistungen: Pflegestützpunkt in Ihrem Stadtteil.
- Frage nach Austausch und emotionaler Entlastung: Angehörigengruppe, vermittelt über Gesellschaft oder Pflegestützpunkt.
- Frage nach konkreter Alltagsbegleitung und Entlastung im Tagesablauf: unser Team für Senioren- und Demenzbetreuung.
Mehr zu unserem Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Familien lesen Sie auf der Leistungsseite Senioren- und Demenzbetreuung. Wenn Sie zusätzlich klären möchten, wie sich Betreuung über den Entlastungsbetrag finanzieren lässt, finden Sie einen Einstieg auf unserer Seite Kosten & Finanzierung.
Wie wir als Betreuungsdienst die Beratung ergänzen
Beratungsstellen liefern Informationen und Orientierung, den Alltag begleiten sie in der Regel nicht selbst. Genau hier setzen wir an: Unsere Betreuungskräfte übernehmen Gedächtnistraining, Spaziergänge, Gesellschaft leisten und Begleitung zu Terminen, damit pflegende Angehörige regelmäßig durchatmen können.
Wenn für Ihre Mutter oder Ihren Vater bereits ein Pflegegrad festgestellt wurde, kann der Entlastungsbetrag nach §45b SGB XI, Stand 2026 monatlich 131 €, einen Teil dieser Betreuung abdecken (siehe Quellenangaben). Ob das in Ihrem Fall zutrifft, prüfen wir gern kostenlos und unverbindlich mit Ihnen gemeinsam.
Muss ich für eine Demenzberatung in Hamburg zahlen?
Die Beratung bei der Alzheimer Gesellschaft Hamburg und bei den städtischen Pflegestützpunkten ist grundsätzlich kostenlos. Beide Stellen sind unabhängig von konkreten Anbietern und beraten neutral.
Wohin wende ich mich zuerst nach einer Demenz-Diagnose?
In der Regel bietet sich zunächst der Pflegestützpunkt an, um Pflegegrad und Leistungen zu klären, und parallel die Alzheimer Gesellschaft Hamburg für Fragen zum Krankheitsbild selbst. Erste konkrete Schritte beschreiben wir im Artikel Demenz-Diagnose: Erste Schritte für Angehörige.
Übernimmt Ihr Betreuungsdienst auch medizinische Aufgaben bei Demenz?
Nein. Wir sind Betreuungsdienst nach §45b SGB XI und übernehmen Alltagsbegleitung, Demenzbegleitung und Entlastung. Medizinische Behandlungspflege, Medikamentengabe oder Wundversorgung liegen im Aufgabenbereich eines Pflegedienstes oder Hausarztes, an den wir bei Bedarf ehrlich verweisen.
Wenn Sie sich als Angehöriger gerade allein gelassen fühlen: Sie müssen nicht jeden Weg selbst herausfinden. Sprechen Sie uns an, wir ordnen mit Ihnen ein, welche Anlaufstelle für Ihre konkrete Frage die richtige ist und wie wir im Alltag entlasten können.
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Quellenangaben:
- Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V.: https://www.alzheimer-hamburg.de/
- Hamburg.de, Pflegestützpunkte Hamburg: https://www.hamburg.de/pflegestuetzpunkte/
- Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.: https://www.deutsche-alzheimer.de/
- Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., Alzheimer-Telefon: https://www.deutsche-alzheimer.de/alzheimer-telefon
- §45b SGB XI – Entlastungsbetrag, gesetze-im-internet.de: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__45b.html